Luxemburg

Luxemburg

Das Großherzogtum Luxemburg ist ein Staat in Westeuropa. Zusammen mit Belgien und den Niederlanden bildet es die Beneluxstaaten. Es grenzt an Frankreich (Grenzlänge 73 km) und Belgien (Grenzlänge 148 km) sowie an die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland (Grenzlänge 138 km). Luxemburg ist mit einer Fläche von 2.586 km² der zweitkleinste Staat (nach Malta) der Europäischen Union, 14 km² größer als das Saarland. Der Name Luxemburg kommt von der Burg Lucilinburhuc, aus der sich die Hauptstadt Luxemburg entwickelte. Das Land ist das einzige Großherzogtum der Weelt.

Sprache

Die Sprachsituation in Luxemburg ist komplex. Die Muttersprache der Luxemburger ist Luxemburgisch („Lëtzebuergesch“), eine aus dem mittelalterlichen Westmoselfränkischen hervorgegangene Sprache mit französischen Einflüssen, welche außerdem zur Staats- bzw. Amtssprache erhoben wurde. Deutsch und Französisch gelten daneben jedoch auch als offizielle Amtssprachen. Die Luxemburger erlernen in der Regel drei Fremdsprachen: Deutsch, Französisch und Englisch; davon beherrschen sie die zwei erstgenannten, die auf Grund ihrer Bedeutung als Amtssprachen Pflichtfächer und Unterrichtssprachen an den Schulen sind, oftmals sehr gut. Französisch hat einen hohen Sttellenwert, da in der Justiz aus historischen Gründen (Zugehörigkeit Luxemburgs zum französischen Rechtskreis, was auf die französische Revolution zurückzuführen ist) Französisch gesprochen wird und offizielle Gesetzestexte u. a. in Französisch abgefasst werden. Auch wird in Banken, Geschäften oder Gastronomie oft Fr

ranzösisch gesprochen, da viele Angestellte im Dienstleistungsbereich Pendler aus Frankreich und Belgien sind. Deutsch besitzt demgegenüber als Presse- und Literatursprache nach wie vor einen hohen Stellenwert. Laut einer Erhebung des Eurobarometer 2005 beherrschen fast 99 % der Luxemburger eine zusätzliche Fremdsprache.

Religion

Nach Schätzungen sind etwa 90 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch getauft, die restlichen 10 Prozent verteilen sich auf Protestanten, Juden und Muslime.

Besonderes

Das Großherzogtum wurde wiederholt beschuldigt, ein Anziehungspunkt für Geldwäsche zu sein. Ein nicht unerheblicher Teil der Geldeinlagen der Banken werden nach wie vor bar einbezahlt.

Im Jahr 1986 wurde das „Volk Luxemburgs” mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Damit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu überzeugten Europäern der ersten Stunde zählen und luxemburgische Politiker wichtige Beiträge zur europäischen Einigung geleistet haben. Der Text auf der Medaille, die deem regierenden Jean (Johann) Großherzog von Luxemburg stellvertretend für seine Staatsbürger überreicht wurde, lautet: Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.

Am 25. Mai 2006 erhielt Premierminister Jean-Claude Juncker den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen. Die Laudatio wurde von Altbundeskanzler Helmut Kohl gehalten. Wie es im Text der Urkunde heißt, die Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden zusammen mit der eigentlichen Auszeichnung in Form einer Medaille mit Inschrift überreichte, erhält Juncker den Karlspreis „in Würdigung seines vo

orbildlichen Wirkens für ein soziales und geeintes Europa“.

Regierung und Opposition

Nach den Wahlen vom 13. Juni 2004 wurde eine neue Regierungskoalition aus Christlich Sozialer Volkspartei (CSV, 24 Sitze) und Luxemburgischer Sozialistischer Arbeiterpartei (LSAP, sozialdemokratisch, 14 Sitze) gebildet. Stärkste Oppositionspartei sind die Liberalen (Demokratische Partei, DP, 10 Sitze), gefolgt von den Grünen (Déi Greng, 7 Sitze) und dem Aktionskomitee für Demokratie und Rentengerechtigkeit (ADR, rechtskonservativ, 5 Sitze).

Regierungschef ist (seit 7. August 1999, zum zweiten Mal ernannt am 31. Juli 2004) Premierminister Jean-Claude Juncker (CSV), Vizepremierminister ist Jean Asselborn (LSAP, seit 31. Juli 2004).

Der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker erhielt 2006 den Internationalen Karlspreis. Damit wurde der Politiker für seine Verdienste um die europäische Einigung gewürdigt, so das Karlspreisdirektorium in Aachen.

Luxemburg in der EU

Luxemburg ist Sitz wichtiger europäischer Institutionen wie Europäischer Gerichtshof, Europäischer Rechnungshof, Europäische Investitionsbank und des Sekretariat des Europäischen Parlaments.

Luxemburg ist aktiver Mitgestalter der Politik der Europäischen Union und legt auch EU-intern großen Wert auf eine angemessene Beteiligung der kleineren EU-Mitgliedstaaten an Reformen und Weiterentwicklung der EU-Institutionen. Das Land ist leidenschaftlicher Befürworter der europäischen Zusammenarbeit und ratifizierte als erster Staat den Vertrag von Maastricht.

1986 wurde das Volk von Luxemburg als Ganzes mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet – für “Vorbild und Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas”.

Hochschulwesen

Seit 2001 plante die Regierung eine eigenständige Universität aufzubauen. In den Bereichen Me

edizin, Naturwissenschaften, Technik, Recht, Wirtschaft sowie Sozial- und Erziehungswissenschaften werden inzwischen in insgesamt 5 Fakultäten Studenten ausgebildet. Allerdings sind die Studiengänge nicht vollständig in Luxemburg zu belegen, so dass weiterhin mehrsemestrige Studienaufenthalte im Ausland notwendig bleiben. Dabei spielen besonders belgische, französische und deutsche Universitäten eine wichtige Gastgeberrolle, weil in Luxemburg bewusst nicht alle Studiengänge angeboten werden. Die Luxemburger Studenten erwerben ihre akademischen Abschlüsse zur Zeit noch größtenteils im Ausland (Belgien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Großbritannien), wo ca. 6.288 Luxemburger studieren. Etwa 19,6% der Studenten sind an deutschen Hochschulen (insbesondere technische Fachrichtungen und Naturwissenschaften) eingeschrieben (in Belgien 22,6%, in Frankreich 22,6%).

Durch den Aufbau der Universität soll der Forschungsstandort Luxemburg gestärkt und der Wirtschaftsstandort Luxemburg gefestigt werden. Außerdem sollen vermehrt ausländische Studenten nach Luxemburg gelockt werden. Gleichwohl tut sich Luxemburg mit der Anerkennung einiger ausländischer Abschlüsse schwer und hat insbesondere mit Absolventen deutscher Fachhochschulen Probleme, die z.B. die in der EG-Architekturrichtlinie geforderte vierjährige Berufspraxis in Deutschland nicht nachweisen können. Dabei hat Luxemburg mit dem Institut Supérieur de Technologie eine eigene Fachhochschule. Das Bildungswesen erhält nach dem so genannten Sozialbudget mit 11,3% den zweitgrößten Anteil am Staatshaushalt. Luxemburg hat in der PISA-Untersuchung ähnlich wie Deutschland abgeschnitten.

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