Hilda Geiringer

Hilda Pollaczek – Geiringer wurde am 28. September 1893 in Wien in der Familie des Kaufmanns Ludwig Geiringer geboren. Im Frühjahr 1913 bestand sie in Wien am „Gymnasium des Vereins für erweiterte Frauenbildung“ das Abitur mit Auszeichnung. Im Herbst desselben Jahres begann sie an der Wiener Universität Matehmatik und Physik studieren. Nach vier Jahren abschloss sie mit der Disertation „Über trigonometrische Doppelreihen“. Sie kam im Witer 1918/1919 das erste Mal nach Berlin. Sie fand eine Anstellung als wissenschaftliche Assistentin im Herausgebergremium des „Jahrbuchs über die Foortschritte der Mathematik“, das zwischen 1919 – 27 der Mathematiker Leon Lichtenstein leitete. Schon im nächsten Winter kehrte sie nach Wien zurück und unterrichtete Mathematik und Physik an einer Spezialschule für Flüchtlingskinder. Ausserdem gab sie Stunden an der Volkshochschule.

Am 1.April 1921 erhielt Hilda Geiringer eine Assistentenstelle in der Institut für angewandte Mathematik des Universität Berlin. Sie führte Seminarveranstaltungen durch und betreute die Studenten in der Praktika. 1922 erschien ihr Buch „Die Gedankenwelt der Mathematik“.

Im Januar 1922 heiratete sie den Mathematiker Felix Pollaczek und im selben Jaahr wurde in Berlin Tochter Magda geboren.

Als Hilda P.G im November 1927 die erste Privatdozentin für angewandte Mathematik in Deutschland wurde, hatte sie schon sieben Jahre an der Universität gearbeitet.

Von 1923 bis 1933 publizierte sie unter dem Namen Pollaczek – Geiringen. Aber sie ha

atte kein Glück in der Ehe, bereits 1925 trennten sich beide, Tochter Magda blieb bei der Mutter.

Im Juni 1925 beendete sie ihre Habilitationsschrift „Über starre Gliederungen von Fachwerken“ und bat die Philosophische Fakultät, das Habilitationsverfahren zu eröffnen. Hilda P.G. behandelte nicht nur Fragen der angewandten Mathematik. Sie verfasste Arbeiten zur Geometrie und zur Theorie der Differentialgleichungen, wandte sich Problemen der Korreliationsmodelle zu.

Am 25. Juli 1927 hielt sie ihren Probevortrag „Die Grenzwertsätze der Wahrscheinlichkeitsrechnung“. Am 11. November 1927 hielt sie ihre erste Vorlesung an der Universität. Sie publizierte, hielt Vorlesungen und Seminare, aber über ihr Privatleben ist kaum etwas bekannt. Am 30. Januar 1933 marschierten die Nazis durch Berlin. Hilda verlor ihre Stelle an der Universität. Sie gang zunächst nach Brüssel ans Institut für Mechanik. 1934 Jahre ging Hilda mit Riichard von Mises nach Istanbul und erhielt hier ebenfalls eine Anstellung. Beide blieben bis 1939 in Istanbul, danach emigrierten sie in der USA. Im amerikanischen Wissenschaftsbetrieb wurde es für Hilda P. G. besonders schwer, eine gute Stelle zu finden. Richard von Mises erhielt eine Profesur in Cambridge und sie unterrichtete am College. Am 5. November 1944 heiratete sie Richrd von Mises und bekam eine Mathematikprofessur. Sie lernte Englisch, lehrte und publizierte und wurde 1945 USA- Staatsbürgerin.

Nach ihre Pensionierung 1959 publizierte Hilda von Mises viele Sc
chriften aus dem Nachlass ihres bereits 1953 verstorbenen Mannes. Sie strab am 22. März 1973.

Die Lebensmotto von Hilda P. G. war so:“Ich muss neben meiner Lehrtätigkeit wissenschftlich arbeiten. Ich brauche das; seit meiner Universitätszeit habe ich das nie aufgegeben, es ist mein grösstes Bedürfnis im Leben“.

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